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Fernglas
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Ein Fernglas ist ein tragbares optisches Instrument in ĂŒberwiegend binokularer AusfĂŒhrung, das es ermöglicht, mit beiden Augen ĂŒber getrennte StrahlengĂ€nge mit Hilfe von Linsen durch eine VergröĂerung des Sehwinkels entfernte Objekte im erzeugten Bildraum um ein Vielfaches nĂ€her oder gröĂer erscheinen zu lassen (âFern-Seherâ).
Ein Fernglas ist somit ein tragbares Fernrohr. Das Fernglas wird einerseits in einfacher Linsenbauweise als Theaterglas (Opernglas, Galilei-Fernrohr) angeboten, andererseits als Prismenfernglas (Kepler-Fernrohr), das auch Feldstecher genannt wird. In einÀugiger Bauweise spricht man von Monokular.
Typische VergröĂerungen sind fĂŒr OpernglĂ€ser 3-fach, fĂŒr Feldstecher 6- bis 10-fach und fĂŒr Spektive mit Zoom-Okular 15- bis 50-fach.
Contents
âą Handel
⹠SchÀrfentiefe
âą Abbildungsfehler
âą Verzeichnung
âą Hersteller
âą Synonyme
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte und Bezeichnungen
Im 19. Jahrhundert nannte man GlĂ€ser, mit deren Hilfe man auf Entfernung schĂ€rfer als ohne Hilfsmittel sehen konnte, Stechbrillen (oft als Monokel ausgebildet) und die schon vorhandenen TheaterglĂ€ser kurz Stecher. Ein vornehmerer Begriff war Lorgnette, der originĂ€r fĂŒr in der Hand zu haltende Brillen galt. FĂŒr die vorwiegend vom MilitĂ€r im GelĂ€nde benutzten GlĂ€ser entstand daraus der Begriff Feldstecher.cite-ref-1[1]
TheaterglĂ€ser wurden schon seit Beginn des 18. Jahrhunderts, die als achromatische Linsen zur VerfĂŒgung standen, vermehrt gefertigt. Ein Kaiserliches Privileg zu ihrer Fertigung erhielt Johann Friedrich VoigtlĂ€nder 1823 in Wien. FĂŒr ein binokulares Fernglas mit Ă€hnlichen Prismen wie die bereits bekannten und monokular angewendeten Porroprismen meldete am 9. Juli 1893 die Firma Carl Zeiss in Jena ein Patent an. Ein Prismenfernrohr mit Dachkant-Pentaprismen und der Bezeichnung Dialyt (mit je zwei Objektiv-Linsen) und ebenfalls parallel versetzten optischen Achsen baute M. Hensoldt & Söhne in Wetzlar ab 1905.cite-ref-2[2] Am 14. April 1905 meldete diese Gesellschaft ein Patent fĂŒr ein âgeradsichtigesâ Prismenfernglas mit Dachkant-Pentaprismen an.
Das Wort Fernglas wird von vielen Herstellern als ĂŒbergeordneter Begriff verwendet, um unterschiedliche optische GerĂ€tetypen mit binokularer und monokularer Konstruktion zu kennzeichnen. Im Fachhandel wird der Begriff allerdings hĂ€ufig auf die binokularen PrismenfernglĂ€ser beschrĂ€nkt, ohne TheaterglĂ€ser, Spektive, Monokulare (Prismen-Kleinfernrohre) und sonstige Fernrohre einzuschlieĂen. Entwickler und Patentierer (z. B. Moritz Hensoldt am Ende des 19. Jahrhunderts) sprachen noch vom Prismen-Doppelfernrohr; spĂ€ter kam die Bezeichnung Binocles in Gebrauch: In einer Anzeige von VoigtlĂ€nder & Sohn aus dem Jahre 1907 wurde fĂŒr âPrismen-Binocles â fĂŒr Sport, Reise, Jagd, Theater und MilitĂ€r-Dienstgebrauchâ geworben.
Im Englischen gibt es kein sprachliches Ăquivalent, das die gleiche heterogene Produktgruppe umfasst wie der deutsche Begriff âFernglasâ. Dort unterscheidet man begrifflich meist zwischen binoculars bzw. binocular telescopes (Feldstecher), monoculars bzw. monocular telescopes (Monokulare) sowie spotting scopes (Spektive). In der internationalen Werbesprache wird zuweilen der Begriff Sport Optics (auch: Sports Optics) fĂŒr den Produktbereich verwendet.
Typen binokularer FernglÀser
Die beiden Haupttypen der binokularen FernglĂ€ser sind die optisch einfachen TheaterglĂ€ser und die aufwĂ€ndigeren PrismenfernglĂ€ser (Feldstecher, GroĂfeldstecher und Doppelspektive).
Die traditionell gebauten TheaterglĂ€ser, frĂŒher auch OpernglĂ€ser oder Operngucker genannt (engl. opera glasses, theater binoculars oder Galilean binoculars), sind leichte und kleine binokulare FernglĂ€ser nach dem Galilei-Fernrohr-Prinzip. Sie enthalten pro Strahlengang lediglich eine konvexe Objektivlinse und eine konkave Okularlinse, welche direkt ein aufrechtes Bild erzeugen. Umkehrprismen sind daher nicht nötig. TheaterglĂ€ser ermöglichen eine nur geringe VergröĂerung (zwischen 1 1â2 und 5, hĂ€ufig in den Versionen 2,5Ă18 bis 3Ă28 hergestellt), die aber zur Beobachtung des Geschehens auf einer TheaterbĂŒhne angemessen ist. Die einfache optische Konstruktion ermöglicht nur ein kleines Gesichtsfeld, und die AbbildungsqualitĂ€t ist geringer als in den kompakten FernglĂ€sern mit Umkehrprismen. Daher wurden schon bald nach Erfindung des Umkehrprinzips auch Prismen-TheaterglĂ€ser mit der angemessenen relativ kleinen VergröĂerung angeboten.
PrismenfernglĂ€ser funktionieren nach dem Kepler-Fernrohr-Prinzip und enthalten ein Umkehrprisma zwischen Okular und Objektiv, welches einerseits das um 180° verdrehte Bild zurĂŒckdreht und andererseits bei hochwertiger Abbildung eine kompakte Bauweise ermöglicht.
Von der BaugröĂe her unterscheidet man vereinfacht zwischen Kompakt- oder TaschenfernglĂ€sern (die auch als Theater- und MuseumsglĂ€ser angeboten werden, bis etwa 300 g wiegen und hĂ€ufig bei Nichtgebrauch zu kleinerem Volumen zusammengeklappt werden können), UniversalglĂ€sern (Feldstecher im engeren Sinne, zwischen etwa 400 und 1200 g) und GroĂfernglĂ€sern mit Objektivöffnungen ab etwa 66 mm, die eher auf Stativen Verwendung finden. Die Bezeichnungen variieren aber etwas.
Bauweisen und Produktvielfalt der PrismenfernglÀser
Umkehrprisma-Varianten
Angewendet werden zwei unterschiedliche Umkehrprismen:
⹠Lange Zeit dominierten bei den FernglÀsern Porroprismen.
âą Seit der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts sind in groĂem MaĂe FernglĂ€ser mit geradsichtigen Dachkantprismen (zum Beispiel: Schmidt-Pechan-Prismen) in Gebrauch. Wegen der Geradsichtigkeit sind letztere besonders kompakt gebaut. Ihre Fertigung ist aufwĂ€ndiger, um ausreichend prĂ€zise zu sein. Sie standen daher lange Zeit hinter Porroprismen-FernglĂ€sern zurĂŒck und konnten sich nicht breit durchsetzen. Noch heute beobachtet man bei dieser Bauform erhebliche QualitĂ€tsunterschiede zwischen den Herstellern bzw. den Preiskategorien, denn die Einhaltung enger Fertigungstoleranzen ist schwierig und kostenintensiv. Porroprismen-FernglĂ€ser weisen demgegenĂŒber eine gröĂere Fertigungstoleranz auf und verlangen weniger aufwĂ€ndige VergĂŒtungen fĂŒr gute Abbildungsleistungen. Bei begrenztem Budget erhĂ€lt man daher meist ein besseres optisches System in Porrobauweise als in Dachkantbauweise. Insgesamt gesehen haben beide Systeme verschiedene spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Fertigung und Benutzerfreundlichkeit.
Die DachkantglĂ€ser wirken je nach Marke und Modell entweder eher kurz und kompakt oder aber eher lĂ€nglich und schmal. Der Grund kann in unterschiedlichen Dachkantprismensystemen liegen oder in unterschiedlichen Brennweiten der Linsen: Lange Objektiv- und Okularbrennweiten erlauben leichter die Korrektur von Bildfeldwölbung und RandunschĂ€rfe und ermöglichen dadurch oft bessere optische Kenndaten (groĂes Sehfeld, kleinere Abbildungsfehler). Kurze Modelle sind dafĂŒr leichter und handlicher.
GröĂere PrismenfernglĂ€ser, die fĂŒr ein ruhiges Bild fest installiert oder auf ein Stativ gestellt werden mĂŒssen, werden GroĂfeldstecher genannt. Sie werden mit Objektiven zwischen etwa 66 und 100 mm angeboten. Infolge der groĂen Objektive können sie praktisch nur in Porroprismenbauweise erstellt werden. Von der GröĂe her leiten sie ĂŒber zu Doppel-Spektiven, die hĂ€ufig eine hochwertige Apochromat-Optik haben, welche fĂŒr normale Feldstecher zu unhandlich wĂ€re. Speziell groĂe, aufwĂ€ndige und teure GerĂ€te werden teilweise vom MilitĂ€r und von der Grenzsicherung eingesetzt.
Bauweisen und QualitÀtsaspekte
Die beiden HĂ€lften eines binokularen Prismenfernglases lassen sich um die Mittelachse schwenken, um die StrahlengĂ€nge auf den Augenabstand (prĂ€ziser: Pupillendistanz) des jeweiligen Benutzers einstellen zu können. Vorhanden ist ĂŒblicherweise eine Einstellbarkeit von etwa 56 bis etwa 74 mm (Abstand zwischen den Okularen), nur bei wenigen GlĂ€sern bis etwa 78 mm. Faltbare Kompaktfeldstecher erlauben Einstellungen ab etwa 32 mm. Bei optimaler Einstellung und Blick in die Ferne erkennt der Beobachter einen Bildkreis (und nicht zwei wie eine liegende 8 ĂŒberlappende, wie schematisch oft dargestellt, etwa in Spielfilmen).
FĂŒr ein entspanntes stereoskopisches Sehen ist die synchron laufende Fokussierung (Scharfstellung) der beiden StrahlengĂ€nge wichtig. Bei unsynchronem Lauf oder Dejustage der optischen Teile, was insbesondere bei Billigprodukten auftreten kann, versucht das Gehirn des Beobachters die unterschiedlichen Bilder zur Deckung zu bringen, was ermĂŒdend wirkt und Kopfschmerzen verursachen kann. Bei Porroprismen-FernglĂ€sern sind die Okulare zur Synchronisation ĂŒber eine BrĂŒcke miteinander verbunden und können durch Drehen eines Fokussierrads vor und zurĂŒck bewegt werden. Dachkantprismen-FernglĂ€ser haben meist eine Innenfokussierung mit einer synchronen Verschiebung einer Linsengruppe in den beiden StrahlengĂ€ngen.
Die Anpassung an die hÀufig etwas unterschiedliche Brechkraft des linken und rechten Auges verlangt einen Dioptrienausgleich, der durch Drehen an einem der Okulare (selten auch an beiden) erfolgen kann, manchmal, besonders bei höherwertigen FernglÀsern, durch Einstellungen an einem Mitteltrieb. Bei sehr klein und leicht gehaltenen KompaktfernglÀsern wird die Dioptrieneinstellung durch getrenntes Einzel-Einstellen der beiden Okulare erreicht; auch manche MarineglÀser verwenden dieses Funktionsprinzip zwecks besserer Wasserdichtigkeit.
Die hĂ€ufig gummierte Verbindung zwischen Okular und Auge sollte störendes Seitenlicht möglichst fernhalten. Dies funktioniert am effektivsten mit weichen schwarzen Augenmuscheln, die an den AuĂenseiten verlĂ€ngert sind und sich an die SchlĂ€fen anlegen. Allerdings sind diese nur ohne Brille verwendbar. BrillentrĂ€ger mĂŒssen sie umklappen oder (je nach Fabrikat) gegen andere Augenmuscheln austauschen. Viele Hersteller haben komfortabel herausdrehbare Augenmuscheln entwickelt, welche sich schnell und variabel einstellen lassen, allerdings nicht so effektiv gegen Seitenlicht schĂŒtzen.
Ob allerdings BrillentrĂ€ger einen Ă€hnlich guten Sehkomfort wie Nicht-BrillentrĂ€ger genieĂen können, hĂ€ngt stark vom Augen-Okular-Abstand ab, der innerhalb einer bestimmten Spannbreite durch Verschieben oder (komfortabler) Drehen der Augenmuscheln einstellbar ist. Die Austrittspupille des Fernglases muss generell axial und parallel (âzentrischâ) sowie in einem gewissen Abstand zur Eintrittspupille des Auges, d. h. zur hinter der Hornhaut liegenden Ăffnung der Iris, liegen. Dieser Abstand sollte je nach BrillenstĂ€rke etwa 14â20 mm betragen und arretierbar sein. Ist das Auge zu weit entfernt, sieht der Betrachter ein beschnittenes Bild, ist es zu nahe am Okular, können sich bei nicht genau zentriertem Durchblick schwarze Abschattungen (sogenannte kidney beans) einstellen, was ein unkomfortables Sehen nach sich zieht. Okularkonstruktionen, die diesen Abstand einhalten, heiĂen âBrillentrĂ€gerokulareâ. Ăltere und preiswerte FernglĂ€ser sind hĂ€ufig nicht BrillentrĂ€ger-tauglich.
Meist ist der Sehgenuss ohne Brille wegen der besseren Abschirmung des Strahlengangs vor Seitenlicht höher als mit Brille, sofern sich die jeweilige Fehlsichtigkeit am Fernglas geeignet korrigieren lĂ€sst; nicht am Okular korrigieren lĂ€sst sich stĂ€rkere HornhautverkrĂŒmmung (Astigmatismus). Allerdings sind Abnehmen und Wiederaufsetzen einer Brille oft hinderlich und fĂŒr viele Situationen zu langsam (Vogelbeobachtung, Jagd, SportanlĂ€sse). Hinzu kommt, dass mögliche Unterschiede zwischen den beiden Augen meist nur bis etwa ±3â5 Dioptrien eingestellt werden können und dass die volle Fokussierbarkeit des Fernglases fĂŒr beide Augen meist nur bis etwa 3â8 Dioptrien möglich ist. Bei stĂ€rkerer Kurzsichtigkeit ist die Einstellung auf unendlich nicht mehr möglich, wĂ€hrend andererseits die Naheinstellung verbessert wird. Manche Hersteller bieten an, durch Nacharbeit im Werk den sogenannten Ăberhub (derjenige Bereich, der bei Normalsichtigen ĂŒber die Unendlichstellung hinaus einstellbar ist) zu Lasten der Naheinstellung zu vermindern.
Wichtige QualitĂ€tskriterien sind auch eine angenehme Handhabung (Griffigkeit, Schwerpunktbildung, Erreichbarkeit des Fokussierrads). Hier haben Personen mit groĂen bzw. kleinen HĂ€nden naturgemÀà unterschiedliche AnsprĂŒche. Daneben sind Haptik und FunktionalitĂ€t unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen (also auch bei KĂ€lte und im Regen) bedeutsam, wozu eine mechanisch einwandfreie, weder zu leicht- noch zu schwergĂ€ngige Einstellung des Augenabstands, der Scharfstellung und der Dioptrieneinstellung gehört. Weiter sind eine gute Eignung fĂŒr die Verwendung mit und ohne Brille, eine Toleranz gegenĂŒber Temperaturextremen und NĂ€sse, ein guter Schutz gegen StoĂ und gegen Kratzer an den Linsen und ein geringes Gewicht wichtige Kriterien. Zur Gewichtseinsparung und gleichzeitigen StabilitĂ€t der GehĂ€use dienen Aluminium, Magnesiumlegierungen oder Polycarbonate. FĂŒr besondere Anwendungen sind Objektivgewinde nĂŒtzlich, beispielsweise zur Anbringung von Polarisationsfiltern fĂŒr Beobachtungen in der NĂ€he von WasseroberflĂ€chen (Wassersport, Wasservögel). Tierbeobachter und Astronomen schĂ€tzen auch ein Gewinde, das ein Aufschrauben auf ein Stativ ermöglicht. FĂŒr nautische Zwecke sind Zusatzeinrichtungen wie Kompass und Strichplatten erhĂ€ltlich, fĂŒr JĂ€ger Entfernungsmesser und Zielhilfen auf Laserstrahlbasis. Einige Hersteller bieten auch bildstabilisierte FernglĂ€ser an,cite-ref-test-2019-08-3-0[3] welche ein Zittern der HĂ€nde ausgleichen können. GerĂ€te mit sonstigen elektronischen Zusatzfunktionen (Höhenmesser, Temperaturangabe und Zeitfunktion; Minox BD-Reihe), mit integriertem digitalen Fotoapparat (Bushnell Imageview) oder mit Daten- und BildĂŒbertragung zwischen mehreren Beobachtern (Leica Geovid Lux) sind Nischenprodukte oder GerĂ€te fĂŒr Spezialanwendungen. Ebenfalls fĂŒr Spezialanwendungen konzipiert (Wildbeobachtung, Jagd, Polizei, MilitĂ€r, Sicherheitsdienst) sind die verschiedenen Typen der NachtsichtgerĂ€te, die hier nicht nĂ€her behandelt werden.
In ihrem Test von FernglĂ€sern im August 2019 wies die Stiftung Warentest auf die Verwendung von PAKs in Materialien fĂŒr GehĂ€use, Augenmuscheln und Trageriemen, mit denen der Nutzer in Kontakt kommt, hin. Zum Zeitpunkt des Tests wies nur eins von 17 getesteten GlĂ€sern keine PAKs auf, was allerdings gesetzlich auch nicht gefordert ist.cite-ref-test-2019-08-3-1[3]
Digitales Fernglas
Bei einem digitalen Fernglas wandeln zwei Sensoren hinter einer herkömmlichen Optik das optische Bild in digitale elektrische Signale um. Diese werden nach der Bildverarbeitung auf zwei elektronischen Suchern wiedergegeben. Wie bei der Digitalfotografie gibt es keine direkte optische Verbindung mehr zwischen betrachtetem Objekt und Auge. Zur Darstellung ist elektrische Energie notwendig, die in der Regel von Akkumulatoren geliefert wird. Die Bildverarbeitung in Verbindung mit der Wiedergabe auf den Sucherdisplays ermöglicht eine Anpassung des dargestellten Bildes, zum Beispiel eine Aufhellung bei schwachem Licht. Optische Bildstabilisatoren, digitale Foto- und Filmfunktionen können integriert sein (z. B. Sony DEV-50Vcite-ref-4[4]).
Geschichte der Produktvielfalt
Binokulare FernglĂ€ser auf Darstellungen vor 1900 waren meistens TheaterglĂ€ser, also GerĂ€te auf Basis des Galileo-Fernrohrprinzips. Die folgenden PrismenfernglĂ€ser wurden zunĂ€chst fast nur als monokulare FernglĂ€ser gefertigt, zum Beispiel von der Firma M. Hensoldt & Söhne in Wetzlar. Die Firmen Carl Zeiss in Jena und Leitz in Wetzlar (Binocle 6Ă18, mit Porroprismen, 1907) produzierten vorwiegend binokulare PrismenfernglĂ€ser.
In der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts waren PrismenfernglĂ€ser auĂer fĂŒr Privatpersonen zu einem bedeutenden Teil fĂŒr das MilitĂ€r konzipiert. Weite Sehfelder wurden zu Lasten der damals noch kaum geforderten Brillentauglichkeit bevorzugt. Die Produktvielfalt war vergleichsweise gering, und es wurden ĂŒberwiegend die optisch besseren Porroprismen-FernglĂ€ser hergestellt. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts fĂŒhrten Verbesserungen in der VergĂŒtung und Fertigungstechnik sowie die gestiegene Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten zu einem Anstieg im Angebot hochwertiger DachkantglĂ€ser in universeller und in Kompakt-Bauweise. Seit dem beginnenden 21. Jahrhundert sind die QualitĂ€tsunterschiede zwischen den beiden Bautypen bei den hochwertigen GerĂ€ten praktisch nicht mehr vorhanden, zumal inzwischen DachkantglĂ€ser mit hochwertigen Linsensystemen und effektiven PhasenkorrekturbelĂ€gen auf dem Markt sind, die zudem vielfach auch nahbereichstauglich sind. Ferner wird aufgrund der gestiegenen Zahl von brillentragenden und oftmals kaufkrĂ€ftigen Personen oberhalb des 45. Altersjahrs vermehrt Wert auf Brillentauglichkeit und groĂzĂŒgige Dioptrieneinstellung, bestmögliche optische Kennzahlen, Leichtigkeit und Kompaktheit sowie andere ergonomische Aspekte gelegt. SchlieĂlich sind bildstabilisierende GerĂ€te, die es seit Ende des 20. Jahrhunderts gibt, ebenfalls verstĂ€rkt und in verschiedenen Konstruktionsformen auf den Markt gekommen.
Zumindest um 1980 bis 1990 war es bei billigen FernglĂ€sern ĂŒblich, mit dem meist harten Köcher aus lackiertem Karton Kunststoffschutzkappen fĂŒr Objektive und Okulare auch noch zwei okularseitig aufsteckbare Orange-Filter mitzuliefern. Diese absorbieren die kurzwellige HĂ€lfte des Spektrums, das von Dunst (und Luft) stĂ€rker gestreut wird, um eine bessere, wenn auch praktisch monochrome, Fernsicht zu erreichen. Eine langovale Doppelkappe, die ĂŒber beide Okulare reicht und mit zwei Schlitzen am Trageband aufgefĂ€delt ist, kann ein Fernglas, das beim Stehen und Gehen vorne an der Brust hĂ€ngt, schon alleine recht gut vor Staub von oben schĂŒtzen und kann beim Hochnehmen zu den Augen mit der zweiten Hand rasch abgezogen werden.
Handel
Auf dem Weltmarkt werden jĂ€hrlich rund 8 Millionen neue FernglĂ€ser verkauft.cite-ref-5[5] Von einzelnen GerĂ€tetypen im High-End-Bereich (z. B. JagdglĂ€ser) können im Laufe eines Produktionszyklus bis zu mehrere 100.000 Exemplare abgesetzt werden.cite-ref-6[6] FernglĂ€ser renommierter Marken gelten als hochwertige und potenziell langlebige KonsumgĂŒter. Sie werden vom Kunden vielfach auch dann weiter behalten, wenn er ein neues Fernglas hinzukauft, was den GlĂ€sern einen Sammlerwert und eine gewisse WertbestĂ€ndigkeit verleiht.
Funktionsprinzip, KenngröĂen und QualitĂ€tseigenschaften
Die drei wesentlichen optischen Bauteile eines Prismenfernglases sind
âą 1. das Objektiv, das heutzutage aus zwei bis fĂŒnf Linsen besteht,
âą 2. das Prismensystem mit zwei oder drei Prismen sowie
âą 3. das Okular, das heute meist aus drei bis sechs Linsen besteht.
Das Objektiv erzeugt in einer Zwischenebene ein doppelt verkehrtes â auf dem Kopf stehendes und seitenverkehrtes, also um 180° gedrehtes â Bild. Das Prismensystem dreht das Bild um 180°, richtet es auf, ohne die GröĂe zu verĂ€ndern. Das Okular funktioniert als Lupe, mit der das Zwischenbild vergröĂert gesehen wird. Bei richtiger Fokussierung treten die Lichtstrahlen parallel aus dem Okular aus, und der Beobachter hat den Eindruck, entspannt in die Ferne blicken zu können.
VergröĂerungszahl und Objektivdurchmesser
Die wichtigsten und in der Regel auch angeschriebenen KenngröĂen eines Fernglases sind die VergröĂerungszahl und der Objektivdurchmesser. Zum Beispiel bedeutet die Kennzeichnung 10Ă50, dass eine 10-fache VergröĂerung und ein Objektivdurchmesser von 50 mm vorliegen. Die VergröĂerungszahl ist der Quotient aus Objektivbrennweite und Okularbrennweite. Eine 10-fache VergröĂerung bedeutet, dass das Bild im Vergleich zum Sehen mit bloĂem Auge 10-mal so groĂ erscheint. Der Objektivdurchmesser bestimmt, wie viel Licht vom Fernglas aufgenommen wird, und ist somit fĂŒr die Bildhelligkeit mitverantwortlich, die aber auch von der VergröĂerung beeinflusst wird. Die Bildhelligkeit ist proportional zu ( D / v ) 2 {\displaystyle (D/v)^{2}} , wobei D der Objektivdurchmesser und v die VergröĂerungszahl ist.
Manche Fernglashersteller neigen dazu, etablierte Kennzahlen (z. B. 8Ă32, 10Ă50) selbst dann zu verwenden, wenn der Objektivdurchmesser im Einzelfall einige Millimeter kleiner ausfĂ€llt. Auch die VergröĂerung des gesehenen Bildes ist nicht so klar definiert:
âą Erstens variieren die tatsĂ€chlichen VergröĂerungen zwischen den FernglĂ€sern geringfĂŒgig um die angegebenen Werte,
âą zweitens Ă€ndern sie sich etwas mit dem Objektabstand (scheinbare geringere VergröĂerung bei kleinen Entfernungen) und
âą drittens verĂ€ndert die jeweilige Verzeichnung die VergröĂerung insofern, als die fĂŒr FernglĂ€ser typische kissenförmige Verzeichnung den VergröĂerungsfaktor zum Rand hin etwas erhöht.
âą SchlieĂlich hat man bei FernglĂ€sern der klassischen Porrobauweise den subjektiven Eindruck, dass die VergröĂerung etwas geringer ausfĂ€llt als bei einem gleich stark vergröĂernden Dachkant-Fernglas mit geringerem Objektivabstand, was in der NĂ€he besonders ausgeprĂ€gt ist; dieser sogenannte Liliputismus-Effekt ist die Folge einer anderen Wahrnehmung bzw. zerebralen Verrechnung des stĂ€rker stereoskopischen Bildes und fĂ€llt bei monokularem Einblick weg.
Das StrahlenbĂŒndel, das senkrecht durch das Objektiv in das Fernglas gelangt, hat den wirksamen Durchmesser des jeweiligen Objektivs. Der wirksame Durchmesser wird manchmal durch eine Eintrittsblende hinter dem Objektiv oder noch weiter im GerĂ€teinnern etwas verringert. Diese Blenden dienen meist der UnterdrĂŒckung von Abbildungsfehlern im Randbereich. Diejenige Blende oder Linsenfassung, die den Durchmesser des StrahlenbĂŒndels festlegt, definiert die sogenannte Eintrittspupille. Der Quotient aus wirksamem Objektivdurchmesser und VergröĂerung (zum Beispiel 50 mm/10 = 5 mm) bestimmt den Durchmesser des StrahlenbĂŒndels, welches das Okular verlĂ€sst und auf das Auge trifft. Dieser Durchmesser des StrahlenbĂŒndels wird als Austrittspupille bezeichnet. Sie ist das Bild der Eintrittspupille und ist direkt proportional zur GröĂe des Objektivs (bei unverĂ€nderter VergröĂerung!). Wenn man das Fernglas in einigem Abstand vom Auge hĂ€lt, ist die Austrittspupille als heller Lichtkreis vor dem Okular âschwebendâ erkennbar. Da die Pupille unseres Auges bei Tageshelle eine Pupillenöffnung von 2 bis 3 mm und in der Dunkelheit von etwa 6 mm (maximal 7 bis 8 mm, im fortgeschrittenen Lebensalter oft nur bis ca. 5 mm) hat, ist die sinnvolle GröĂe der Austrittspupille des Fernglases entweder 2 bis 3 mm oder etwa doppelt so groĂ. Diese SinnfĂ€lligkeit wird leider meistens missachtet. Es sind weit mehr FernglĂ€ser mit der gröĂeren Austrittspupille im Gebrauch als mit kleinerer. Die Verdopplung der Austrittspupille bedeutet, dass das Fernglas mindestens das doppelte Gewicht hat, das ohne wesentlichen Nutzen bei SpaziergĂ€ngen oder Wanderungen, die am Tage stattfinden, umhergetragen wird. Die zu groĂe Austrittspupille ist nur von Vorteil, wenn sich das Fernglas nicht ruhig vor den Augen halten lĂ€sst (zum Beispiel auf einem schwankenden Schiff). Eine Austrittspupille unter 2 bis 3 mm fĂŒhrt wegen des dunkleren Bildes zu deutlicher WahrnehmungseinschrĂ€nkung. FĂŒr ein auch in der DĂ€mmerung und in klaren NĂ€chten (Sternbeobachtung) zu gebrauchendes Allround-Fernglas (ohne Bild-stabilisierenden Zusatz) werden 6- bis 9-fache VergröĂerung und maximal 44 mm Objektivdurchmesser (9- bis 12-fach und maximal 60 mm fĂŒr krĂ€ftige Menschen jĂŒngeren und mittleren Alters) empfohlen.
LichtstÀrke, DÀmmerungszahl und Transmission
Um die Eignung eines Fernglases bei geringer LichtintensitÀt zu charakterisieren, dienen zwei weitere Kennzahlen:
âą Die LichtstĂ€rke (prĂ€ziser: geometrische LichtstĂ€rke) ist proportional zum Quadrat der Austrittspupille. Sie wird als dimensionslose Zahl angegeben, die sich aus dem Quadrat der in mm gemessenen Austrittspupille ergibt. Beispiel 10Ă50-Glas: LichtstĂ€rke = ( 50 / 10 ) 2 {\displaystyle \textstyle (50/10)^{2}} = 25
âą Die DĂ€mmerungszahl ist die Quadratwurzel des Produktes aus VergröĂerung und Objektivdurchmesser. Sie wird ebenfalls als dimensionslose Zahl angegeben. Beispiel 10Ă50-Glas: DĂ€mmerungszahl = 10 â
â
50 {\displaystyle \textstyle {\sqrt {10\cdot 50}}} = 22,36
Obgleich beide Werte in der Regel als dimensionslose Zahlen angegeben werden, sind sie tatsĂ€chlich nicht dimensionslos, sondern abhĂ€ngig von der verwendeten Einheit fĂŒr den Eintrittspupillendurchmesser, welche daher fĂŒr eindeutige Kennzeichnungen unbedingt mit angegeben werden muss. Bei beiden Kennzahlen handelt es sich zudem um stark vereinfachte Leistungsparameter, die aus den GrenzfĂ€llen weit komplexerer Modelle zur Fernrohrleistung hervorgehen.
Effektive LichtstĂ€rke und effektive DĂ€mmerungszahl ergeben sich, wenn auch die AbhĂ€ngigkeit von der Transmission (LichtdurchlĂ€ssigkeit) der eingesetzten GlĂ€ser und von deren OberflĂ€chenbehandlung (Verspiegelung, VergĂŒtung) berĂŒcksichtigt ist.
Die Transmission des jeweiligen optischen Systems ist nur instrumentell messbar. Sie gibt an, wie viel Prozent der einfallenden Lichtstrahlung nach Passieren der Gesamtoptik das Okular verlassen. Dieser Prozentwert ist fĂŒr verschiedene WellenlĂ€ngen unterschiedlich, weshalb FernglĂ€ser je nach Fertigung auch einen gegenĂŒber der Natur leicht abweichenden Farbeindruck hinterlassen können. FernglĂ€ser hoher QualitĂ€t erreichen Transmissionswerte von ĂŒber 90 Prozent im Bereich um 600â700 nm und zwischen 80 und 90 % um 450â600 nm. Ăltere FernglĂ€ser bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts hatten infolge fehlender VergĂŒtung maximal etwa 70 % Transmission und zeigten dadurch im Vergleich zu modernen GlĂ€sern ein leicht dunkleres Bild. â In heutigen Werbeunterlagen werden deutlich höhere Transmissionswerte vorgetĂ€uscht (z. B. â99 %â), die aber nur fĂŒr Einzellinsen oder -prismen, nicht aber fĂŒr das Gesamtsystem gelten.
Reales und scheinbares Sehfeld
Das reale Sehfeld wird entweder in Winkelgraden (°) oder als Feldbreite auf 1.000 m Entfernung angegeben. 1° entspricht ungefÀhr 17,5 m Feldbreite in 1000 m Entfernung.
Genaue Berechnung: Die halbe Feldbreite ist das Produkt aus dem Tangens des halben Sehwinkels und der Entfernung.
Rechnung fĂŒr 6° Sehwinkel: tan 3° Ă 1000 m = 0,0524 Ă 1000 m = 52,4 m; das Sehfeld ist auf 1000 m etwa 105 m breit (2 Ă 52,4 m).
Das reale Sehfeld von FernglĂ€sern nimmt mit zunehmender VergröĂerung ab und reicht von etwa 3° (rund 50 m pro 1000 m, typisch fĂŒr 18- bis 20-fache VergröĂerung) bis etwa 9° (rund 160 m pro 1000 m, typisch fĂŒr 6- bis 7-fache VergröĂerung). Das Sehfeld lĂ€sst sich nicht beliebig vergröĂern, die am Rand auftretenden Abbildungsfehler und die Abmessungen der Prismen und Okularlinsen setzen eine praktische Grenze. FernglĂ€ser mit gröĂerem Sehfeld bilden die RĂ€nder oft unscharf und verzerrt ab. Sie wurden und werden trotz der Randfehler, mangelnder Brillentauglichkeit, hohem Gewicht und StöranfĂ€lligkeit dennoch gelegentlich hergestellt. Beispiele waren das Leitz Amplivid (12,1°) und das Zeiss Deltar 8Ă40 (11,3°) sowie ist das Leitz Trinovid 6Ă24 (12,1°). Solche SehfeldgröĂen sind von Vorteil, wenn sich das zu beobachtende Objekt schnell quer zur Sehrichtung bewegt (Sport, Jagd) oder wenn das zu beobachtende Sehfeld groĂ ist (TheaterbĂŒhnen). Diese MarktlĂŒcke wird von der Bushnell XtraWide-Serie gefĂŒllt (17°).
BrillentrĂ€ger können auch bei sogenannten brillentauglichen FernglĂ€sern meistens nicht das gesamte Sehfeld nutzen, das ohne Brille ĂŒberblickbar ist. Dabei trifft es Weitsichtige in anderer Weise und teilweise stĂ€rker als Kurzsichtige. Diese Sehfeldbeschneidung sollte individuell ausgetestet werden, da nur ganz selten im Werbetext die (ohnehin nur ungefĂ€hre) SehfeldgröĂe fĂŒr BrillentrĂ€ger genannt wird.
Das scheinbare Sehfeld (auch scheinbarer Sehwinkel genannt) bezieht sich auf den vom Betrachter beim Betrachten durch das Okular empfundenen, winkelmĂ€Ăigen Durchmesser des durch die Sehfeldblende begrenzten Sehfelds. Es ist etwa das Produkt aus realem Sehfeld und VergröĂerungsfaktor. Bei 6° realem Sehfeld und 10-facher VergröĂerung hat das scheinbare Sehfeld etwa 60°. Diese einfache Multiplikation liefert nur annĂ€hernd die genaue scheinbare SehfeldgröĂe, berĂŒcksichtigt aber die weit verbreitete kissenförmige Verzeichnung. Die neuere Norm (ISO 14132-1:2002) verlangt eine modifizierte (wiederum trigonometrische) Berechnung (im Falle der Abwesenheit jeder Verzeichnung), die zu einem meist 2â4° kleineren scheinbaren Sehfeld fĂŒhrt; aus diesem Grund können Ă€ltere und neuere Angaben fĂŒr das gleiche Fernglas variieren, und Vergleiche zwischen verschiedenen Herstellern mĂŒssen die Berechnungsgrundlage berĂŒcksichtigen.
Bei einem zu kleinen scheinbaren Sehfeld kann der Beobachter einen âTunnelblickâ- oder âSchlĂŒssellochblickâ-Eindruck bekommen, doch ist die Grenze, unterhalb der dieser Eindruck entsteht, subjektiv unterschiedlich (meist zwischen 55° und 60°). Okulare mit einem scheinbaren Sehfeld von ĂŒber etwa 60° heiĂen Weitwinkelokulare.
SchÀrfentiefe
Die SchĂ€rfentiefe hĂ€ngt in erster Linie von der VergröĂerungszahl des Fernglases ab. Schwache VergröĂerungen erleichtern das gleichzeitige Scharfsehen unterschiedlich weit entfernter Objekte, wĂ€hrend stĂ€rkere VergröĂerungen ein hĂ€ufiges Nachfokussieren verlangen. Die SchĂ€rfentiefe reduziert sich quadratisch mit der VergröĂerungszahl, d. h. ein 10Ă-Fernglas hat etwa die halbe (7ÂČ/10ÂČ = 0,49) SchĂ€rfentiefe eines 7Ă-Fernglases.
In zweiter Linie ist der Objektabstand von groĂer Bedeutung: In einer Entfernung von 2 m betrĂ€gt die subjektive SchĂ€rfentiefe bei einem 7- bis 8-fach vergröĂernden Fernglas rund 10 cm, in 10 m Entfernung rund 1 m, und ab ungefĂ€hr 25 m sieht man bis unendlich alles einigermaĂen scharf (auf diesem Effekt beruhen die Fixfokus-FernglĂ€ser). Die SchĂ€rfentiefe ist allerdings bei jungen Menschen mit hohem Akkommodationsvermögen der Augen besser als bei Ă€lteren, da sie, meist unbewusst, die Form ihrer Augenlinse etwas anpassen können. Daneben hĂ€ngt die subjektiv empfundene SchĂ€rfentiefe auch von der LichtstĂ€rke und auch etwas von der Art des Objekts ab.
In dritter Linie haben auch andere Faktoren einen Einfluss. So spielt die Austrittsblende des Fernglases bzw. die Augenpupille (je nachdem, welcher Durchmesser kleiner ist) eine Rolle, da eine kleinere effektive Pupille, Ă€hnlich wie die Blende beim Fotoapparat, die SchĂ€rfentiefe erhöht. Bei FernglĂ€sern mit âTunnelblickâ kann sich ferner bei Tag die Augenpupille wegen des dunklen Randes etwas zu weit öffnen, was die SchĂ€rfentiefe verringern und zudem auch Blendeffekte hervorrufen kann. Ein Weitwinkelokular schlieĂt umgekehrt die Augenpupille etwas und erhöht dadurch die SchĂ€rfentiefe.
Abbildungsfehler
Jedes optische System und damit auch jedes Fernglas weist physikalisch bedingte Abbildungsfehler auf, die nicht eliminiert, sondern nur reduziert werden können, indem mehrere Linsen aus unterschiedlichen Glassorten hintereinander geschaltet werden. Die wichtigsten Abbildungsfehler sind die Bildfeldwölbung, die sphÀrische Aberration und die Farbfehler. Die Verzeichnung (Verzerrung) ist, da bewusst eingesetzt, ein Sonderfall.
Die Bildfeldwölbung bewirkt, dass sich ein ebenes Motiv nicht ĂŒber die ganze FlĂ€che gleichzeitig scharf stellen lĂ€sst, da es auf einer gewölbten FlĂ€che abgebildet wird. Die korrigierende MaĂnahme hat die Bezeichnung Planfeldoptik, womit dieser Fehler so weit vermindert werden kann, dass er nicht mehr störend wirkt.
Eine sphĂ€rische Aberration, auch Ăffnungsfehler genannt, entsteht bei Linsenformen, bei denen Lichtstrahlen, die in der Mitte des Objektivs auftreffen, einen anderen Brennpunkt haben, als Lichtstrahlen, die zum Rand hin auf das Objektiv auftreffen. Die Folge ist ein scharfes Kernbild, das von einem unscharfen ĂŒberlagert wird. Dies fĂŒhrt zu einem âWeichzeichnereffektâ, d. h. zu einem kontrastarmen, weich und etwas verschwommen wirkenden, wenngleich dennoch scharfen Bild. Der Effekt tritt insbesondere bei Weitwinkelokularen auf. Korrigiert werden kann dieser Fehler durch Verwendung (teurer) asphĂ€rischer Okularlinsen.
Zur Minimierung der Farbfehler (chromatische Aberration), die bei jeder Linse infolge der Lichtbrechungen als Farbsaum (besonders an Hell/Dunkel-ĂbergĂ€ngen) störend sichtbar werden können, verwendet man Achromate. Diese bestehen aus zwei Linsen unterschiedlicher Glassorten (d. h. GlĂ€ser mit unterschiedlicher Abbescher-Zahl), die bewirken, dass der rote und der blaue Spektralanteil gleiche Brennweite haben (Beseitigung des FarblĂ€ngsfehlers). Seit einiger Zeit sind auch FernglĂ€ser auf dem Markt, bei denen eine dritte Farbe (Apochromat) oder sogar eine vierte Farbe (Superachromat) die gleiche Brennweite haben. Diese aufwĂ€ndigen Korrekturen können auch eine Verringerung des Farbquerfehlers (FarbsĂ€ume am Rand des Sehfeldes) bewirken.
Weitere Abbildungsfehler, die auftreten, sind Koma (Asymmetriefehler), Astigmatismus (Punktlosigkeit) und Vignettierung (Abdunkelung der Ecken).
Generell werden zur Reduktion störender Abbildungsfehler spezielle Glassorten und aufwĂ€ndige VergĂŒtungen kombiniert, wodurch hochwertige GlĂ€ser sehr teuer in der Produktion werden. Ferner werden manche optische Leistungsdaten, wie die SehfeldgröĂe, bewusst begrenzt, um Abbildungsfehler an der Bildperipherie gering zu halten.
Verzeichnung
Verzeichnung heiĂt die bewusst bei der Berechnung und Herstellung der Linsen einkalkulierte Abweichung von einem maĂstĂ€blichen Abbild, wodurch eine gezielte leichte Verzerrung entsteht. Durch sie werden geradlinige Strukturen am Bildrand an den Enden nach auĂen gebogen (kissenförmige Verzeichnung). Das bedeutet, dass der VergröĂerungsfaktor zum Rand hin um einige Prozente zunimmt. (Das gegenteilige PhĂ€nomen, die tonnenförmigen Verzeichnung, fĂŒhrt aufgrund einer Abnahme des VergröĂerungsfaktors nach auĂen zu einem Effekt, wie er in der Fotografie durch die Fischaugenobjektive hervorgerufen wird).
WĂ€hrend eine kissenförmige Verzeichnung fĂŒr Fotoobjektive und fotografische Bilder generell unerwĂŒnscht ist, konzipieren viele Hersteller ihre FernglĂ€ser absichtlich so, damit das optische Bild beim Schwenken des Glases stabiler und ruhiger wirkt, was besonders bei einem groĂen Sehfeld von Bedeutung ist. Dies bewirkt aber andererseits bei geraden Strukturen am Bildrand eine Verzerrung, was besonders beim Betrachten hoher GebĂ€ude von unten, z. B. KirchtĂŒrme, störend wirken kann, da die oberen Turmpartien dann einen unnatĂŒrlich groĂ wirkenden FlĂ€chenanteil des Bildes einnehmen. Bei fehlender oder nur geringer Verzeichnung bleiben die Linien gerade, doch entsteht dann fĂŒr einen Beobachter, der sein Fernglas schwenkt, vielfach ein Eindruck, als bewege er sich vor bauchförmigen Spiegeln, was teilweise als unangenehm empfunden wird. Dieses optische PhĂ€nomen wird als Globuseffekt bezeichnet, da das menschliche Gehirn die Sehinformationen bei der Schwenkbewegung so interpretiert, als bewegten sich die Bildpunkte auf einer GlobusoberflĂ€che.
Beobachtet man also mit seinem Fernglas hĂ€ufig an Orten mit langen geraden Strukturen (StĂ€dte, Wald), mögen verzeichnungsarme GlĂ€ser bevorzugt werden, ebenso dann, wenn der Globuseffekt als nicht störend empfunden wird. Ist das Betrachten eines Panoramas mit Schwenken des Glases wichtiger, dĂŒrfte eine stĂ€rkere Verzeichnung wĂŒnschenswert sein. Japanische Modelle werden vielfach mit relativ geringer Verzeichnung hergestellt und als âverzeichnungsfreiâ beworben (z. B. Nikon High Grade und Action-Serie, Pentax 8x32 DCF SP, Kowa Genesis 33). Bei europĂ€ischen Herstellern ĂŒberwog frĂŒher ebenfalls die weitgehend verzeichnungsfreie Herstellung, wĂ€hrend die fĂŒhrenden Vertreter (Leica, Zeiss, Swarovski usw.) heute eine Verzeichnung einberechnen, allerdings die StĂ€rke der Verzeichnung den jeweiligen MarktbedĂŒrfnissen anpassen und stĂ€rker oder schwĂ€cher konzipieren.
Glassorten und VergĂŒtungen
Die Wahl der Glassorten und die Art der VergĂŒtung (Antireflexbeschichtung) von Linsen und Prismen beeinflussen stark die LichtstĂ€rke und den Kontrast. Als Kontrast bezeichnet man den Unterschied in der Leuchtdichte zwischen aneinandergrenzenden hellen und dunklen FlĂ€chen. Hoher Kontrast wird subjektiv als brillanter und scheinbar schĂ€rfer empfunden als geringer Kontrast, kann aber zu Lasten von Farbtreue gehen. Hochwertige Glassorten und VergĂŒtungen helfen, unerwĂŒnschtes Streulicht, Gegenlichtreflexe und FarbsĂ€ume zu verringern. HĂ€ufig verwendete Glassorten fĂŒr Prismen sind die KronglĂ€ser BK7 (Bor-Kronglas) und BaK4 (Barium-Kronglas), ferner die Glassorte SK 15. BaK4-Prismen erlauben eine hohe Detailauflösung und ein helles und farbtreues Bild. Allerdings hĂ€ngen bei diesen und weiteren Glassorten Farbtreue, Dispersion, geometrische Form, Gewicht, QualitĂ€tsstreuung bei der Produktion und die Herstellungskosten in komplexer Weise miteinander zusammen, so dass wohl auch zukĂŒnftig unterschiedliche Glassorten und Konstruktionen als fĂŒr den jeweiligen Zweck geeignetste verwendet werden dĂŒrften. Die SpezialglĂ€ser bzw. die jeweilige Kombination an optischen MaĂnahmen tragen aus MarketinggrĂŒnden firmenspezifische Bezeichnungen. Kowa spricht von XD-Linsen, Nikon von ED-Glas, Swarovski und Leica von HD, Steiner von XP-Optik und bei Zeiss heiĂen sie FL-GlĂ€ser.
Unter VergĂŒtung oder Entspiegelung versteht man in der Optik eine Antireflexbeschichtung, die durch das Aufdampfen von Metalloxiden und -fluoriden auf Linsen und Prismen erreicht wird. Diese Stoffe zeigen einen niedrigen Brechungsindex. Ohne VergĂŒtung kĂ€me es zu einer erheblichen Lichtreflexion an den GlasoberflĂ€chen und zu einer geringen LichtdurchlĂ€ssigkeit (Transmissionsgrad). WĂ€hrend EinfachvergĂŒtungen die Transmission vor allem im gelben Lichtspektrum, in dem menschliche Augen besonders empfindlich sind, verbessern, reduzieren MehrfachvergĂŒtungen den Reflexionsgrad des Glases ĂŒber einen weiten Teil oder gar den gesamten sichtbaren WellenlĂ€ngenbereich. Heute werden fast nur noch MehrschichtvergĂŒtungen (engl. multi-coating) verwendet. Je nach Einsatzzweck der FernglĂ€ser werden aber unterschiedliche VergĂŒtungen bevorzugt, so beispielsweise bei JagdglĂ€sern eine Maximierung der Transmission in dem fĂŒr das Beobachten im DĂ€mmerlicht wichtigen WellenlĂ€ngenbereich um 500â540 nm. Je nach VergĂŒtung kann ferner der Charakter des im Fernglas gesehenen Bildes unter normalem Tageslicht entweder âwĂ€rmerâ oder âkĂ€lterâ und entweder kontrastreicher oder kontrastĂ€rmer erscheinen. Je nach Anwendung wird die VergĂŒtung auch fĂŒr maximale Farbtreue optimiert, zum Beispiel bei GlĂ€sern speziell fĂŒr die Vogelbeobachtung.
ZusĂ€tzliche wichtige Eigenschaften, mit denen in letzter Zeit geworben wird, sind eine hohe Kratzfestigkeit der AuĂenseiten der Objektive sowie der Lotuseffekt, der ein leichtes Abperlen von Wasser und Schmutzpartikeln erlaubt. Letzterer trĂ€gt markenspezifische geschĂŒtzte Bezeichnungen, wie LotuTec bei Zeiss, AquaDura bei Leica, RNP Raindefender Nano Protection bei DDoptics oder Nano-Protection bei Steiner.
Bauweisen des optischen Systems der PrismenfernglÀser
Konstruktions- und Fertigungsprinzipien
In PrismenfernglĂ€sern sind neben Linsen die Prismen wesentliche optische Bauelemente, die entweder durch Totalreflexion oder durch Spiegelschichten dafĂŒr sorgen, dass das gesehene Bild aufrecht und seitenrichtig steht. Gleichzeitig wird dadurch die BaulĂ€nge des optischen Systems verkĂŒrzt. Unterschiedliche Bauformen beeinflussen Form und GröĂe des Fernglases und die Eigenschaften der Gesamtoptik.
Das Porroprismen-Fernglas (Zeiss-Patent 1893) beruht auf dem 1854 von Ignazio Porro patentierten Porroprisma. Dieses lenkt die aus dem Objektiv kommenden Lichtstrahlen mehrmals um und dreht das Bild um 180°. Hierdurch wird das zunÀchst umgekehrt aus dem Objektiv in der Zwischenbildebene vorliegende Bild seitenrichtig und aufrecht gesehen. Je Strahlengang werden zwei Porroprismen benötigt.
ĂuĂerliches Merkmal von Porroprismen-FernglĂ€sern ist die breite und kurze Bauform mit meist weit auseinander stehenden Objektiven was das stereoskopische Sehen verbessert. Im Gegenzug ist das Nahsehen bei klassischer Porroprismenbauweise schwieriger. Bei kleinen Objektivdurchmessern (meist bis 21 mm Durchmesser) sind die Objektive manchmal auch nach innen versetzt (umgekehrte Porroprisma-Bauweise). Dies erlaubt eine Gewichts- und Volumeneinsparung, geht aber zu Lasten des Stereoeffekts. Andererseits wird die Nahbeobachtung verbessert (derzeit nur bei der Papilio-Reihe von Pentax realisiert).
Das Dachkantprismen-Fernglas (Hensoldt-Patent 1905) benutzt je Strahlengang ein Dachkant-Pentaprismen-System zur 180°-Drehung des Bildes. Dachkant-Prismensysteme existieren in verschiedenen Bauformen; die bekanntesten sind
⹠das Schmidt-Pechan-Prismensystem mit insgesamt 2 Prismen (einem Schmidtprisma und einem Pechanprisma); es erfordert wegen fehlender Totalreflexion auf einer FlÀche eine Verspiegelung, lÀsst aber eine kurze und kompakte Bauweise zu und ist wohl in der Mehrzahl der modernen Dachkantprismen-FernglÀser enthalten;
âą das Uppendahl-Prismensystem mit insgesamt 3 Prismen, das zu einer etwas lĂ€ngeren Bauweise als das Schmidt-Pechan-Prismensystem fĂŒhrt und deshalb weniger oft verwendet wird (z. B. in den Leica-Geovid-FernglĂ€sern mit Laser-Entfernungsmessern);
âą das Abbe-König-Prismensystem (Dialyt-Prismensystem) mit insgesamt 2 Prismen, das keine Verspiegelung erfordert und dadurch auch eine höhere Lichttransmission ermöglicht; es wird z. B. von Zeiss im Dialyt 8x56 und in den gröĂeren Victory-GlĂ€sern ab 42 mm Objektivdurchmesser verwendet, und verursacht eine eher lange Bauweise.
Weitere Prismentypen mit speziellen Eigenschaften, die aber offenbar derzeit nirgends in binokularen FernglÀsern verwendet werden, sind
âą das Sprenger- oder Leman-Prisma; es wird aus einem einzigen StĂŒck gefertigt und wurde frĂŒher von Carl Zeiss Jena in TheaterglĂ€sern auf Prismenbasis und in Subkompakt-FernglĂ€sern eingebaut (z. B. Theatis 3,5x15, mit 11° realem Sehfeld und Naheinstellung bis 50 cm!);
âą das Möller-Prismensystem, das aus 2 Prismen besteht, hohe Transmissionswerte hat und nahe beieinander liegende Objektive ermöglicht; es wurde frĂŒher von den J.D. Möller Optischen Werken Wedel eingesetzt.
Die entsprechenden FernglĂ€ser erinnern Ă€uĂerlich an Porroprismen-FernglĂ€ser.
Infolge der jeweils auf einer SpiegelflĂ€che versilberten OberflĂ€chen, die Schmidt-Pechan-Prismensysteme und Uppendahl-Prismensysteme benötigen, lassen sie bei ansonsten gleicher Behandlung weniger Licht passieren als PorroprismenglĂ€ser. Interferenzeffekte zwischen den beiden StrahlengĂ€ngen fĂŒhren ferner bei allen Dachkant-Prismensystemen zu einem schlechteren Auflösungsvermögen bei sehr feinen Strukturen, was aber durch das Aufdampfen eines Phasenkorrekturbelags (eingefĂŒhrt in den 1990er Jahren) weitgehend behoben werden kann. Daneben ist fĂŒr Dachkantsysteme höchste FertigungsprĂ€zision gefordert, um ein hochwertiges Bild zu erzielen.
Vor- und Nachteile der beiden Prismen-Arten
Als Vorteile der Dachkantprismen-FernglĂ€ser werden ĂŒblicherweise genannt:
âą Nahfokussierung auch fĂŒr gröĂere FernglĂ€ser leichter zu bewerkstelligen;
âą kein Liliputismus-Effekt (d. h. scheinbar geringere VergröĂerung, besonders bei Nahdistanz);
âą Innenfokussierung erlaubt gute Wasser- und Staubdichtigkeit (bei aufwĂ€ndigen PorrofernglĂ€sern ebenfalls möglich, fĂŒhrt aber oft zu schwergĂ€ngigem Einstellen);
⹠geringeres Gewicht und kleinere Abmessungen und dadurch manchmal auch bessere StabilitÀt;
âą fĂŒr kleine HĂ€nde besser geeignet.
Als Vorteile der Porroprismen-FernglÀser werden meist genannt:
⹠Im Niedrigpreissektor sind Helligkeit und optische QualitÀt fast immer besser;
⹠besserer rÀumlicher Bildeindruck im mittleren Entfernungsbereich um 10 bis 100 m;
âą im Prinzip ein gröĂeres Sehfeld realisierbar (das aber fĂŒr volle Brillentauglichkeit wieder reduziert werden muss);
âą bei Ansitz lĂ€sst sich das Glas auf die Objektivfassung stellen und rasch zu den Augen fĂŒhren;
âą Personen mit groĂen HĂ€nden empfinden Handlichkeit besser.
Diese allgemeinen und unterschiedliche Vor- und Nachteile in Fertigung und Produktionskosten sind die GrĂŒnde dafĂŒr, dass auch heute noch die meisten Hersteller sowohl FernglĂ€ser nach dem Porroprismenprinzip als auch nach einem Dachkantprismenprinzip anbieten und entsprechende Kunden finden. GroĂfeldstecher werden konstruktionsbedingt praktisch nur in Porrobauweise gefertigt, echte Kompaktfeldstecher nur in Dachkantbauweise.
Scharfstellung und Fixfokus-Systeme
Eine wichtige Funktion ist die Scharfstellung (Fokussierung) des zu beobachtenden Objekts. Die untere Grenze ist der Mindestabstand (Naheinstellgrenze, Nahpunkt, Nahfokus), die obere Grenze entspricht der Unendlichstellung, wobei meist ein gewisser Ăberhub von ca. 3 bis 7 Dioptrien vorgesehen ist, damit auch (mĂ€Ăig) Kurzsichtige noch scharfstellen können. Bei Weitsichtigen ist der wirksame Mindestabstand etwas gröĂer. Der einstellbare Nahpunkt variiert bei den derzeit auf dem Markt befindlichen GerĂ€ten zwischen 50 cm und ĂŒber 20 m. Eine hohe VergröĂerung verlangt oft einen gröĂeren Mindestabstand, doch sind auch die Bauweise des GerĂ€ts, die Linsenberechnung und -konfiguration und die verwendeten Glassorten entscheidend. Bei Ă€lteren FernglĂ€sern und auch heute noch bei vielen Porroprismen-FernglĂ€sern betrĂ€gt der Mindestabstand um 3 bis 10 m. FĂŒr Dachkant-FernglĂ€ser liegt die angebotene Nahgrenze inzwischen hĂ€ufig bei 1,5 bis 2,5 m, teilweise sogar bis zu 1 m (Vixen: Atrek-, Apex Pro- und Foresta-Serie, diverse Fujifilm-GlĂ€ser), doch ist das Beobachten bei unter etwa 2 m anstrengend und ermĂŒdend, da die Augenpupillen âschielendâ nach innen gerichtet werden mĂŒssen; zudem muss auch das Fernglas etwas enger gestellt werden. Vor allem aber nehmen die beiden Augen als Folge der Parallaxe stark unterschiedliche Bildausschnitte wahr, welche das Gehirn des Betrachters in ein einheitliches Bild umzusetzen versucht. Nur bei FernglĂ€sern mit Porroprismen, die umgekehrt eingebaut sind (Pentax Papilio), ist entspanntes Sehen bis etwa 50 cm NĂ€he möglich, was zum Beispiel die vergröĂerte Beobachtung von Insekten ermöglicht.
Daneben gibt es FernglĂ€ser ohne Entfernungseinstellung auf dem Markt. Sie werden hĂ€ufig mit Begriffen wie Fixfokus, Permafokus oder auch Autofokus (nicht zu verwechseln mit automatischer Fokussierung, die zum Beispiel in Fotoapparaten vorkommt) belegt. Alle optischen Bauteile sind fĂŒr den meistens ausreichenden Entfernungsbereich von einigen Metern (ab etwa 20 m, zum Beispiel bei den Steiner-FernglĂ€sern mit âSports-Auto-Focusâ) bis unendlich gegenseitig fixiert. Lediglich eine beidseitige Dioptrieneinstellung an den Augen ist vorhanden, die bei billigeren FernglĂ€sern jedoch fehlt.
Fixfokus-GlĂ€ser werden zum Beispiel zum Beobachten von Sportveranstaltungen, die in gröĂerer Distanz stattfinden (FuĂballspiele, Pferderennen, Segelregatten), gebraucht. Auch FernglĂ€ser fĂŒr nautische Zwecke (âMarineglĂ€serâ) haben hĂ€ufig einen Fixfokus, da die zu beobachtenden Objekte ĂŒberwiegend in gröĂerer Entfernung liegen. Ein Zusatzvorteil vor allem fĂŒr den Gebrauch auf See ist, dass sie einfach wasserdicht gemacht werden können, weil keine Einstellungen von auĂen vorgenommen werden mĂŒssen. Nachteil ist die relativ kleine VergröĂerung (4- (selten) bis 7-fach), die sich aus der verlangten höheren SchĂ€rfentiefe ergibt.
Eine gewisse zusĂ€tzliche Entfernungseinstellung findet in den Augen des Beobachters statt, was sich nach lĂ€ngerem Beobachten durch ErmĂŒdung bemerkbar macht. JĂŒngere Beobachter, die noch ĂŒber eine gute AkkommodationsfĂ€higkeit ihrer Augen verfĂŒgen, sind im Vorteil.
FernglĂ€ser mit variabler VergröĂerung
FernglĂ€ser werden von etlichen Herstellern auch mit variabler VergröĂerung angeboten. Hierbei gibt es zwei Prinzipien:
âą FernglĂ€ser mit kontinuierlicher Einstellung nach dem Zoom-Prinzip (meist fĂŒr einen Teilbereich zwischen etwa 5-facher und 20-facher VergröĂerung)
âą FernglĂ€ser mit zwei Fixeinstellungen, zwischen denen jeweils umgeschaltet werden kann (meist von 7- auf 12-, von 8- auf 12- oder von 10- auf 15-fache VergröĂerung).
Die erste Kategorie enthĂ€lt sehr unterschiedliche Porroprismen-FernglĂ€ser; sie werden in allen Gewichts- und damit LichtstĂ€rkeklassen angeboten, von 180 g (z. B. Eschenbach Vektor 5-15x21) bis ĂŒber 1000 g (z. B. Nikon Action 10-20Ă50CF). GegenĂŒber FernglĂ€sern mit fester VergröĂerung besitzen FernglĂ€ser mit Zoom-VergröĂerung mehr Linsen und damit â insbesondere bei preiswerten Modellen â sowohl höhere Lichtverluste als auch störende FarbsĂ€ume. Ferner sind Sehfeld und Nahfokussierung aufgrund der lĂ€ngeren Bauweise des Okulars auch bei der jeweils niedrigsten VergröĂerung meist deutlich schlechter als bei GlĂ€sern mit einer festen VergröĂerung. Bei der jeweils stĂ€rksten VergröĂerungsstufe ist die Austrittspupille klein und der Sehkomfort und das DĂ€mmerungssehen damit stark eingeschrĂ€nkt. ZusĂ€tzlich stört ab etwa 12-facher VergröĂerung die Verwackelung ohne Stativverwendung stark. Anwender mit hohem optischem Anspruch verwenden infolge dieser EinschrĂ€nkungen selten ZoomglĂ€ser.
Die zweite Kategorie umfasst vielfach hochwertige Dachkantprismen-FernglĂ€ser; die derzeitigen Produkte auf dem Markt (Leica Duovid-Serie, Leupold Golden Ring-Serie) wiegen um 600 bis 1250 g. Konstruktionsbedingte EinschrĂ€nkungen (z. B. geringer Nahfokus) gibt es, wenngleich in geringerem MaĂe, auch bei diesen.
Zum Funktionsprinzip der ZoomglĂ€ser: Die Synchronisation erfolgt auf beiden Seiten ĂŒber eine mechanische Kopplung, oft in Form eines biegsamen Metallstreifens, der in einer Schiene entlang der OkularbrĂŒcke (welche auch die synchrone Fokussierung ĂŒber den Mitteltrieb ermöglicht) stauchungssicher gefĂŒhrt wird. Die Einstellung der VergröĂerung erfolgt zumeist ĂŒber einen Hebel, der ĂŒber die erwĂ€hnte Kopplung sowie eine Art Schneckengetriebe Linsengruppen in beiden Okularen verschiebt.
FernglÀser mit Bildstabilisierung
EinigermaĂen verwackelungsfrei kann man nur bis zu etwa 7- bis 12-facher VergröĂerung beobachten und auch dies meist nur in Ruhe, zum Beispiel nicht unter Körperanstrengung (z. B. auf einer Bergwanderung) oder auf einem Schiff.
Von den Herstellern Canon (Modelle mit IS in der Bezeichnung),cite-ref-test-2019-08-3-2[3] Nikon (StabilEyes-Modelle) und Fujinon (Techno-Stabi-Modelle) werden FernglĂ€ser mit zuschaltbarer elektronischer Bildstabilisierung angeboten, die gerade bei freihĂ€ndigem Gebrauch Verwackelungen deutlich verringern können und deren Funktion aus bildstabilisierten Kameraobjektiven bekannt ist. Zu den Nachteilen zĂ€hlen Batterieverbrauch, gröĂeres Volumen, gröĂeres Gewicht, zumeist vergröĂerter Mindestabstand zum Objekt (hĂ€ufig zwischen 3,5 und 6 m, bei neueren Modell aber auch 2,5 und 2 m) und ein verkleinertes Sehfeld als normal. Ohne bzw. bei leeren Batterien funktionieren sie wie normale FernglĂ€ser.
Carl Zeiss bietet das Fernglas 20Ă60 S (S als Kennzeichen fĂŒr Bildstabilisierung) an, bei dem das Bild rein mechanisch durch ein kardanisch aufgehĂ€ngtes, schwingungsgedĂ€mpftes Prismensystem stabilisiert wird;cite-ref-9[9] es benötigt also keine Batterien. Die verschiedenen Systeme unterscheiden sich in der Robustheit und in der Art der Korrektur: Manche Systeme halten beim Schwenken des Fernglases ein stabiles Bild, andere ermöglichen die Verfolgung bewegter Objekte und können das Zittern und Wackeln besser ausgleichen, so dass gerade bei starker VergröĂerung (20-fach) feinste Details sichtbar werden.
Es gibt auch FernglĂ€ser mit kreiselunterstĂŒtzter, rein mechanisch arbeitender Bildstabilisierung (Fujinon, Fraser-Volpe), die teilweise auch mit Nachtsichtoption angeboten werden.
Wahl eines geeigneten Fernglases
Allgemeine Bedingungen
Eine bei der Anschaffung eines Fernglases oft wenig beachtete, aber wesentliche GröĂe ist die Austrittspupille, die grundsĂ€tzlich nicht gröĂer als die Augenpupille zu sein braucht. Wer ein Fernglas wie ĂŒblich meistens am Tage benutzt, kommt mit einem bedeutend leichteren und weniger voluminösen Instrument aus; er muss nicht ein vom MilitĂ€r-Standard zum allgemeinen Standard mutiertes Glas der GröĂe 6Ă30 (oder 8Ă30) am Hals mittragen. Die Firma Zeiss, Oberkochen, brachte im April 1969 ein Fernglas der GröĂe 8Ă20 (Austrittspupille 2,5 mm) auf den Markt, das wenig mehr als 100 g wog. Da die Entfernungseinstellung an beiden HĂ€lften einzeln vorzunehmen war (kein Mitteltrieb), konnte es im Zick-Zack auf nur 70 mm Breite zusammengefaltet (Gesamtvolumen 90 mm Ă 70 mm Ă 26 mm) und in eine Hemdentasche gesteckt werden. Zum Vergleich das âStandardâ-Glas Deltintrem von Zeiss, Jena aus gleicher Zeit: 165 mm breit, mehr als 500 g. Heute haben solche kompakten FernglĂ€ser auch einen Mitteltrieb, sind wenig schwerer und zusammengeklappt auch etwas breiter. Das Konzept hat sich aber, möglicherweise wegen der vielen billigen Angebote (ab 10 Euro) mit nur minimaler QualitĂ€t, bis heute nicht durchgesetzt, obwohl es selbstverstĂ€ndlich auch genĂŒgend Produkte mit hoher QualitĂ€t (ab 100 Euro) gibt.
Das âStandardâ-Glas mit etwa 5 mm Austrittspupille ist als Nachtglas fĂŒr den Gebrauch in der DĂ€mmerung geeignet. Eine Austrittspupille von 7 mm eignet sich nur fĂŒr das vollstĂ€ndig dunkel adaptierte Auge einer nicht zu alten Person (zum Beispiel 7Ă50). Auch die Verwendung eines Glases mit sehr hoher VergröĂerung ist ein Ausnahmefall, zum Beispiel bei der Wildtier-Beobachtung. Dabei ist praktisch ein Stativ zu benutzen, wodurch man auch ĂŒber 12-fache VergröĂerung hinausgehen kann (monokular bei sehr hohen Werten).
Die Bevorzugung einer hohen VergröĂerungszahl ist â nicht wie die einer hohen Austrittspupille â ohne entscheidende Bedeutung. Hohe VergröĂerung erlaubt zwar eine bessere Detailerkennbarkeit kleiner, entfernter Objekte, erkauft sich dies aber mit gröĂerer Bildunruhe, einem kleineren Sehfeld, einer geringeren SchĂ€rfentiefe sowie einer geringeren LichtstĂ€rke oder aber einem gröĂeren Gewicht. Der Nachteil einer nur 6- oder 7-fachen VergröĂerung im Vergleich zu einer 10-fachen VergröĂerung ist angesichts der eingehandelten Vorteile vielfach ertrĂ€glich: Eine 6,5-fache VergröĂerung bedeutet, dass ein 100 m entfernter Vogel so groĂ erscheint, als wĂ€re man noch etwa 15 m entfernt, wĂ€hrend eine 10-fache VergröĂerung so wirkt, als wĂ€re man 10 m entfernt. Das heiĂt, man fĂŒhlt sich subjektiv im ersten Fall ânurâ 85 m nĂ€her am Objekt, im anderen Fall etwa 90 m nĂ€her.
BrillentrĂ€ger mĂŒssen auf brillentaugliche FernglĂ€ser achten, wenn sie nicht bei jeder Beobachtung ihre Brille abnehmen wollen (was jedoch durch Verwendung eines Brillenbandes erleichtert wird). Soll das Fernglas sowohl mit als auch ohne Brille benutzt werden, empfiehlt sich vor dem Kauf ein eingehender Test, um festzustellen, ob alle Einstellungen (Dioptrieneinstellung, Okular- bzw. Augenmuscheleinstellung, Unendlichstellung und Naheinstellung bei der Fokussierung, Ăberblickbarkeit des gesamten Gesichtsfeldes) sowohl mit als auch ohne Brille zufriedenstellend realisierbar sind.
Beim Erwerb eines Fernglases sollte neben dem Einsatzzweck auch die persönliche Situation kritisch berĂŒcksichtigt werden: einer eher leichten Person kann schon ein Fernglasgewicht zur Last fallen, das eine krĂ€ftige Person als zu gering, weil verwackelungsanfĂ€llig, empfindet. Auch sollten die FernglasgröĂe und die Bedienbarkeit zur HandgröĂe passen.
Auswahl nach Verwendungszweck
âą Wer nicht auf AbbildungsqualitĂ€t und lĂ€ngere Benutzung achtet, sondern sich nur unterhalten möchte, sollte sich ein preiswertes Fernglas, möglicherweise sogar mit variabler VergröĂerung anschaffen. FĂŒr diese weltweit gröĂte Zahl von Nutzern stehen auch FernglĂ€ser mit Zoom-VergröĂerung zur VerfĂŒgung. Zoom-GlĂ€ser werden in allen Gewichts- und Preisklassen angeboten, sind aber insbesondere im Kompakt- und Subkompaktbereich um 180 bis 310 g (z. B. Eschenbach Vektor 5-15Ă21, Pentax 8-16Ă21 UCF Zoom II, Nikon Travelite 8-24Ă25 CF) nĂŒtzlich. FernglĂ€ser mit variabler VergröĂerung können aus KonstruktionsgrĂŒnden prinzipiell nie die optische Leistung von guten GlĂ€sern mit festem VergröĂerungsfaktor erreichen: So erfolgen unter anderem stets Abstriche in der GröĂe des Sehfeldes, in der Nahfokussierung und im Sehkomfort bei den stĂ€rksten VergröĂerungen (sehr kleine Austrittspupille von teilweise nur 1 mm).
âą KompaktfernglĂ€ser, auch TaschenfernglĂ€ser genannt, sind fĂŒr die Hand- oder gar Hemdtasche gedacht und werden in zum Teil hoher optischer QualitĂ€t mit den Kennwerten 6Ă18 bis 10Ă25 angeboten (Leica, Zeiss, Swarovski, DDoptics, Nikon, Pentax usw.). Sie wiegen meist zwischen 180 und 300 g und sind so die einzigen binokularen PrismenfernglĂ€ser, die man gleichsam âimmer bei sichâ haben kann. Allerdings eignen sie sich nicht in der DĂ€mmerung und weisen ein etwas eingeschrĂ€nktes Sehfeld auf. Viele, vor allem im Niedrigpreissektor, sind auch nicht fĂŒr BrillentrĂ€ger geeignet. Viele Menschen können sie infolge der kleinen Masse nur schwer zitterfrei halten, weshalb eine eher niedrige VergröĂerung von 6Ă bis 8Ă vorteilhaft ist. Das Vixen Arena 12Ă23 (und einige Zoom-GlĂ€ser) ist mit einer Austrittspupille kleiner als 2 mm eine Ausnahme. FĂŒr KompaktfernglĂ€ser zum Besuch von Theatern, Kirchen oder Museen wird eine maximal 5-fache VergröĂerung (z. B. bei Nikon 5Ă15DCF Titan) empfohlen.
âą Als Universal-FernglĂ€ser fĂŒr den Tag auf Wanderungen, fĂŒr Landschafts-, Wild- und Vogelbeobachtungen und fĂŒr die DĂ€mmerung eignen sich die âStandardâ-FernglĂ€ser von etwa 8Ă25 bis 10Ă44, die zwischen 300 und 900 g schwer sind. Das höhere Gewicht ist ein Kompromiss lediglich dafĂŒr, bei allen anderen Anforderungen keinerlei Kompromiss eingehen zu mĂŒssen. GrundsĂ€tzlich kommen sowohl DachkantprismenglĂ€ser als auch PorroprismenglĂ€ser in Frage, wobei letztere tendenziell etwas schwerer und im Nahbereich meist ungeeignet sind, sich aber dafĂŒr durch ein gutes Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis bezĂŒglich der optischen AbbildungsqualitĂ€t auszeichnen. Bis etwa 500 g lassen sich FernglĂ€ser noch ertrĂ€glich am Hosengurt tragen, wofĂŒr manche Hersteller geeignete GĂŒrteltaschen anbieten.
âą Hochwertige GlĂ€ser mit variablen VergröĂerungen können sich fĂŒr spezifische Anwendungen eignen. Viele renommierte Hersteller bieten allerdings infolge der notwendigen optischen Kompromisse keine ZoomglĂ€ser an, sondern höchstens DachkantglĂ€ser mit Umschaltmechanismus fĂŒr zwei VergröĂerungen (Leica, Leupold). Die FlexibilitĂ€t in der VergröĂerung geht stets zu Lasten optischer Höchstleistung und bringt EinschrĂ€nkungen in der SehfeldgröĂe und in der Naheinstellung mit sich; auch ist das Gewicht höher als bei einem Glas, das die höchste als feste VergröĂerungszahl hat. Der Umschaltmechanismus kann fĂŒr manche Situationen als zu trĂ€ge empfunden werden; ein vorheriger Test im eigenen Einsatzbereich ist empfehlenswert. Auch umschaltbare GlĂ€ser haben neben dem Vorteil verschiedener VergröĂerung mehrere konstruktionsbedingte Nachteile.
âą FĂŒr Tierbeobachtungen bei Tag bis zur DĂ€mmerung eignen sich die oben genannten Universal-FernglĂ€ser, unter UmstĂ€nden auch hochwertige DachkantglĂ€ser mit VergröĂerungsumschaltung. FĂŒr prĂ€zise Vogelbestimmungen ist Ă€uĂerste Minimierung von Farbfehlern wesentlich, was aber unter UmstĂ€nden den Kontrast etwas mindert oder eine leichte Gegenlichtempfindlichkeit herbeifĂŒhrt. FĂŒr Tierbeobachtungen bei hĂ€ufigem DĂ€mmerungs- und Nachteinsatz, z. B. als Jagdglas, eignen sich nur lichtstarke Varianten. HĂ€ufige Kennwerte sind hier 7Ă50 (ruhiges helles Panoramabild) ĂŒber 8Ă42 und 8Ă56 bis 9Ă63 (bessere Detailerkennbarkeit, aber 870 bis 1500 g schwer). JagdglĂ€ser werden auch in Kombination mit batteriebetriebenen Laser-Entfernungsmessern (fĂŒr 10 bis 1200 m Entfernung mit zusĂ€tzlicher ballistischer Information) angeboten.
âą Die Nahbeobachtung ist eine Anwendung, die prinzipiell auch frĂŒher schon realisierbar war (z. B. bei Anwendung von Sprenger-Leman-Prismen seit den 1920er Jahren), aber erst in neuerer Zeit wieder als Verkaufsargument eine Rolle spielt. Mit solchen GlĂ€sern lassen sich auch Insekten, Blumen oder Eidechsen detailliert erkennen und beobachten. Als minimaler Abstand zum Objekt werden von verschiedenen Herstellern hochwertiger FernglĂ€ser (Kowa, Pentax, Swarovski usw.) Werte bis etwa 1,5 m angeboten, wobei im Einzelfall die Ergonomie ĂŒberprĂŒft werden sollte, da linker und rechter Strahlengang erheblich unterschiedliche Bilder zu den Augen senden. Durch eine modifizierte Bauweise erlauben heutzutage die Porroprisma-basierten Papilio-Modelle von Pentax eine recht komfortable Nahbeobachtung bis 50 cm. Dies ermöglicht selbst die Inspizierung antiker MĂŒnzen im archĂ€ologischen Museum oder Entzifferung kleiner Inschriften und auch das Betrachten von Modelleisenbahnanlagen, wo die Verengung der Sehstrahlen den realitĂ€tsnahen Eindruck noch erhöht. Da die SchĂ€rfentiefe gerade im Nahbereich mit zunehmender VergröĂerungszahl rasch abnimmt, empfehlen sich VergröĂerungen fĂŒr den Nahbereich generell nur bis maximal 7-fach.
âą Wer hĂ€ufig einen Panoramablick in der Landschaft genieĂen will, sollte auf ein groĂes Sehfeld und ruhiges Schwenkbild achten. Um beim Schwenken keinen ârollendenâ Globuseffekt zu bekommen, sollte ein Fernglas mit angemessener kissenförmiger Verzeichnung gewĂ€hlt werden. Da diese Eigenschaft im Werbematerial allerdings meist nicht nĂ€her erlĂ€utert wird, empfiehlt sich eine Fachberatung oder die Konsultation von Testberichten. FernglĂ€ser mit groĂem Sehfeld neigen zu Abbildungsfehlern im Randbereich, die allerdings bei SpitzengerĂ€ten stark reduziert sind. Daneben bedingen groĂe Sehfelder eine etwas gröĂere Bauweise, was auf dem Einbau gröĂerer Prismen oder der Verwendung von Linsen mit lĂ€ngerer Brennweite beruht. Gut korrigierte Dachkantprismen-FernglĂ€ser werden heute bei 7-facher VergröĂerung fĂŒr Sehweiten von maximal etwa 150 m pro 1000 m angeboten, bei 8-facher VergröĂerung bis etwa 140 m, bei 10-facher VergröĂerung bis etwa 120 m und bei 12-facher VergröĂerung bis etwa 100 m. Da die FlĂ€che des Sehfelds quadratisch zur Sehweite steigt, ist sie bei 141 m bereits doppelt so groĂ wie bei 100 m. GröĂere Sehweiten sind sehr selten im Angebot, z. B. das Bushnell XtraWide 4Ă30 mit 300 m pro 1000 m (Fixfokus, nicht brillentrĂ€gertauglich), oder das Nikon Action VII 7Ă35 mit 163 m pro 1000 m. Viele GlĂ€ser mit groĂem Sehfeld bieten zugleich auch ein âruhigesâ Bild (s. folgenden Abschnitt).
âą Ein ruhiges und stabiles Bild erreicht man ohne Stativ am ehesten bei einer VergröĂerung bis etwa 7-fach. Diese ermöglicht obendrein ein weites Sehfeld und eine eindrĂŒckliche TiefenschĂ€rfe. Eine wichtige Voraussetzung ist auch, dass möglichst keine âkidney beansâ (schwarze seitliche Abschattungen bei nicht genau zentriertem Einblick) auftreten. Aufgrund der geringen VergröĂerung bieten bei Tag auch FernglĂ€ser mit kleinen ObjektivgröĂen bis 21 mm ein noch genĂŒgend lichtstarkes Bild; bei gelegentlichem DĂ€mmerungseinsatz sollten sie wenigstens 35 mm und bei professionellem DĂ€mmerungseinsatz oder Nachteinsatz wenigstens 42 mm betragen. Das Fernglas sollte bei zierlichen Personen um 250â400 g, bei mittelkrĂ€ftigen Personen um 400â600 g wiegen, um einerseits ruhig in der Hand zu liegen, andererseits bei Benutzung nicht ermĂŒdend zu wirken. FernglĂ€ser mit diesen VergröĂerungs- und Gewichtsanforderungen sind allerdings eher selten (Pentax Papilio 6,5Ă21 mit 290 g, Vixen Foresta 6Ă32 DCF mit 450 g, Leupold Katmai 6Ă32 mit 515 g, Steiner Navigator 7Ă30 mit 520 g (Marineglas mit Fixfokus)). Neben einer geringen VergröĂerung, weitem Sehfeld und angepasstem Gewicht sind allerdings auch andere Faktoren wichtig, insbesondere eine hochwertig korrigierte Optik zur Minimierung des Streulichts, eine Austrittsblende von wenigstens 4 mm und ein angenehmes Handling. Ein individueller Test ist in jedem Falle angebracht.
âą Als Marineglas (Fernglas fĂŒr nautische Zwecke und im Wassersport) empfiehlt sich eine eher geringe VergröĂerung mit groĂer Austrittsblende (7Ă30 bis 7Ă50), was Beobachtungen auf schwankendem Untergrund erleichtert und das Glas zugleich dĂ€mmerungs- bis nachttauglich macht. Ein höheres Gewicht ist an Bord kein Nachteil, da das Glas anders als beim Wandern nicht ĂŒber weite Strecken getragen werden muss. Als praktisch gelten GlĂ€ser mit hohem Kontrast. HĂ€ufig werden speziell wasserdicht konstruierte Porroprismen-FernglĂ€ser angeboten, teilweise mit zusĂ€tzlich eingespiegeltem (batteriebetriebenem) Kompass und einer Strichskala zur einfachen Distanz- oder GröĂenabschĂ€tzung (bei ungefĂ€hrer Kenntnis der jeweils anderen GröĂe). Spezialfeatures können ein Gewinde zum Anbringen von Polarisationsfilter gegen Lichtreflexionen auf dem Wasser sein, eine wasserdichte und ĂŒbersichtliche Dioptrieneinstellung, die sich leicht auf verschiedene Nutzer des Schiffs einstellen lĂ€sst und in gewissem Umfang auch der Fokussierung dient (verbessert gegenĂŒber einer Zentralfokussierung die Wasserdichtigkeit). Praktisch sind Schwimmtragegurte, die das Fernglas im Ernstfall schwimmen lassen. Bei MilitĂ€r und Grenzschutzbehörden gibt es sehr groĂe Marine-Feldstecher, die nur mit einem Stativ benutzbar sind.
âą FĂŒr astronomische Beobachtungen werden unter einem dunklen Landhimmel Ă€hnliche GlĂ€ser eingesetzt wie fĂŒr das DĂ€mmerungssehen (also z. B. 7Ă50, 8Ă56, 9Ă63). Unter aufgehelltem Himmel, wie er im Stadtbereich auftritt, ist deren Einsatz aber weniger ratsam, weil das unerwĂŒnschte Licht des Himmelshintergrundes mit eingefangen und durch die groĂe Austrittspupille verstĂ€rkt wahrgenommen wird. Dies fĂŒhrt zu einer AbschwĂ€chung des Kontrastes zwischen astronomischem Beobachtungsobjekt und Himmelshintergrund. Je aufgehellter also der Himmel ist, desto kleiner sollte die Austrittspupille des gewĂ€hlten Fernglases sein. In der Stadt lĂ€sst sich deshalb mit einem 8Ă32- oder sogar mit einem 10Ă30-Fernglas besser beobachten als mit einem 8Ă56-Fernglas. Eine hĂ€ufig von Hobby-Astronomen favorisierte GröĂe ist 10Ă50. Da das Beobachten nach schrĂ€g oben in den freien Himmel beschwerlich und verwackelungsanfĂ€llig ist, empfiehlt sich gegebenenfalls der Einsatz eines Stativs. Es gibt zu diesem Zweck auch spezielle Fernglasstative bzw. -montierungen (âBinomountâ), deren Mechanik Ă€hnlich der einer Schreibtischlampe funktioniert. Bildstabilisierte FernglĂ€ser bringen ebenfalls eine deutliche Erleichterung. Einige besonders fĂŒr astronomische Zwecke hergestellte GroĂfernglĂ€ser (âKometenjĂ€gerâ) zur Stativverwendung sind wahlweise auch mit einem SchrĂ€geinblick erhĂ€ltlich. Das erleichtert sehr die Beobachtung hoher Objekte in der NĂ€he des Zenits. Wenig geeignet sind hingegen viele ZoomfernglĂ€ser. Ihr oft geringes Sehfeld erlaubt kaum Starhopping, also das Aufsuchen von Objekten ĂŒber andere Objekte mittels Sternkarte. Noch problematischer sind die bei preiswerten Exemplaren meist zu findenden Abbildungsfehler, durch welche die Sterne nicht mehr punktförmig aussehen.
âą StĂ€rkere VergröĂerungen erfordern in jedem Fall ein Stativ oder aber ein Fernglas mit eingebauter Bildstabilisierung. Bei welcher VergröĂerung die sinnvolle Grenze liegt, ist individuell verschieden; wĂ€hrend manche Personen bis etwa 12-facher VergröĂerung noch ein relativ ruhiges Bild sehen können, liegt fĂŒr andere schon bei 6- bis 7-facher VergröĂerung die Grenze. Das Mehrgewicht bildstabilisierter GerĂ€te betrĂ€gt je nach Bauart zwischen 100 und 1000 g; sie werden derzeit im VergröĂerungsbereich von 8-fach (z. B. Canon 8Ă25 IS, 500 g) bis 20-fach (Zeiss 20Ă60 S, 1660 g) angeboten. Konstruktionsbedingt sind die meisten nicht ganz so stoĂ- und erschĂŒtterungsfest wie hochwertige GerĂ€te ohne Bildstabilisierung.
Anhang: Qualitative Eigenbeurteilung
GĂŒte- und QualitĂ€tsbeurteilung eines gebrauchten oder neuen GerĂ€ts sollte man einer Fachperson ĂŒberlassen. Eine Eigenbeurteilung kann lediglich gröĂere SchwĂ€chen aufdecken:
BezĂŒglich der Dichtigkeit erlaubt ein Blick durch die Objektive, Staubablagerungen oder Beschlag infolge TrĂŒbung zu erkennen.
Erkennt man einige wenige Kratzer, mögen diese im praktischen Gebrauch ertrĂ€glich sein; sie fallen bei Sonne im RĂŒcken kaum auf, fĂŒhren aber im Prinzip zu Lichtablenkung infolge Brechung, Reflexion, Lichtstreuung und Lichtbeugung. Die Folge ist eine mit der Zahl und StĂ€rke der Kratzer steigende Bildverschleierung infolge von Falschlicht im Fernglas, was besonders beim Blick zum Licht hin oder ĂŒber spiegelnde OberflĂ€chen zunehmend den Bildeindruck stört.
Die allgemeinen Anforderungen an Mechanik und Einstellungen sind weiter oben im Abschnitt âBauweise und Ergonomieâ zusammengefasst. Um die Justage der beiden optischen StrahlengĂ€nge zu prĂŒfen, betrachtet man durch das Glas eine weit entfernte senkrechte und waagerechte Grenzlinie. SchlieĂt und öffnet man dabei die Augen, kann man feststellen, ob sich die beiden Teilbilder ohne Anstrengung zu einem einzigen Bild kombinieren lassen. Zwar lassen sich schlechte Justagen insbesondere bei jĂŒngeren Beobachtern durch die (oft unbewusste) Augenstellung etwas kompensieren, was bei KurzprĂŒfung eines GerĂ€ts meist nicht bemerkt wird, jedoch bei lĂ€ngerer Benutzung zu ErmĂŒdung und sogar Kopfschmerzen fĂŒhren kann.
Zur PrĂŒfung der geometrischen Ausformung der Austrittsblende (Austrittspupille) blickt man in einem Abstand von ca. 30 cm durch die Okulare gegen einen hellen Hintergrund. Ist sie nicht kreisförmig oder weist sie graue RĂ€nder auf, ist dies meist ein Zeichen minderwertiger QualitĂ€t. Einige Bauteile des Glases, meist die Prismen, sind dann möglicherweise nicht ausreichend dimensioniert und fĂŒhren zu einer Vignettierung (Bildabschattung am Gesichtsfeldrand).
SphĂ€rische Abbildungsfehler lassen sich durch Betrachten einer punktförmigen Lichtquelle, zum Beispiel eines hellen Sterns, beurteilen. In der Bildmitte betrachtet, deuten Abweichungen von der Punktform auf Fehler der Optik hin, wobei aber nur bei sehr hochwertigen GlĂ€sern ein nahezu punktförmiges Abbild des Sterns erwartet werden kann. Im Randbereich zeigen praktisch alle FernglĂ€ser wegen der sphĂ€rischen Aberration ein zumindest geringfĂŒgig unscharfes, verzerrtes Bild des Sterns, was die praktische Benutzung jedoch kaum beeintrĂ€chtigt.
FarbneutralitĂ€t und VergĂŒtung des Fernglases lassen sich durch Betrachten heller weiĂer FlĂ€chen abschĂ€tzen. Ein Blauschimmer kann ein Hinweis auf eine Einfach-Beschichtung durch Magnesiumfluorid (MgF2) sein (bei modernen GerĂ€ten nur selten). Ein GrĂŒn- oder Braunstich kann auf die Verwendung preiswerten Glases oder billiger VergĂŒtungen hinweisen. MehrfachvergĂŒtungen zeichnen sich durch schwache, verschiedenfarbige Reflexe aus, die bei seitlicher Betrachtung der Linsen zu sehen sind. Hochwertige VergĂŒtungen zeigen hierbei blĂ€uliche, grĂŒnliche und purpurfarbene Reflexe.
Die vielfach bei GlĂ€sern der unteren Preisklasse anzutreffenden und oft als ânachtaktivâ beworbenen intensiv orangeroten oder goldfarbenen Effektbeschichtungen sind ohne objektiven Nutzen und reduzieren die Transmission hĂ€ufig auf unter 50 %; sie zeigen am Tage einen GrĂŒnstich und sind in der DĂ€mmerung, bedingt durch die niedrige Transmission, lichtschwach. RotvergĂŒtung kann unter Kaufhaus- oder Discounter-Beleuchtung dem KĂ€ufer einen zunĂ€chst eindrĂŒcklichen 3D-Eindruck suggerieren, der aber keine objektiv messbaren Sehverbesserungen in der Natur mit sich bringt.
Hersteller
Historisch entwickelten sich die heutigen Hersteller und Anbieter entweder aus der Optikbranche oder der Schmuckkristallverarbeitung und produzieren auch heute die FernglĂ€ser noch selber. Andere Anbieter haben ihren Ursprung in der Brillenglasproduktion oder der Kameraherstellung, teilweise in der Waffenbranche. Fast alle Anbieter vertreiben neben FernglĂ€sern auch andere Produkte. Viele, darunter renommierte Anbieter, sind nicht selber Hersteller der GlĂ€ser oder stellen nur bestimmte ihrer Reihen selber her. Viele europĂ€ische, amerikanische und japanische Produktlinien werden aus KostengrĂŒnden in China hergestellt, wo lokale Firmen oft fĂŒr verschiedene Marken gleichzeitig tĂ€tig sind; höherwertige Produktlinien werden teilweise in Japan produziert. Im Laufe der letzten hundert Jahre gab es zahlreiche FirmenĂŒbernahmen, Fusionen und Umbenennungen. In Deutschland bekannte Hersteller sind Steiner-Optik, Bresser, Canon, Carl Zeiss Sports Optics, Eschenbach Optik, Leica, Minox, Nikon,cite-ref-test-2019-08-3-3[3] Swarovski.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]
Synonyme
PrismenfernglÀser wurden Anfang des 20. Jahrhunderts auch als Trieder oder Triederbinokel bezeichnet.cite-ref-12[12]
Literatur
⹠Klaus-Dieter Linsmeier: Fernoptik in der Naturbeobachtung. Funktion, Anwendung und Herstellung von FernglÀsern, Teleskopen und Zielfernrohren. ISBN 3-478-93215-7.
âą Bernd Weisheit: FernglĂ€ser fĂŒr die Astropraxis. In: Sterne und Weltraum, Teil 1: September 2007, Teil 2: Oktober 2007.
⹠H. Merlitz: HandfernglÀser: Funktion, Leistung, Auswahl. Verlag Europa-Lehrmittel, 2. Auflage Haan-Gruiten 2019, ISBN 978-3-8085-5775-4.
âą Hans T. Seeger: Zeiss Feldstecher, Modelle â Merkmale â Mythos. HandfernglĂ€ser von 1894â1919. Verlag Dr. Hans T. Seeger, Hamburg. ISBN 3-00-031440-7.
âą Hans T. Seeger: Zeiss Feldstecher, Modelle â Merkmale â Mythos. HandfernglĂ€ser von 1919â1946. Verlag Dr. Hans T. Seeger, Hamburg. ISBN 3-00-049464-2.
âą Lambert Spix: Fern-Seher. FernglĂ€ser fĂŒr Astronomie und Naturbeobachtung. Oculum Verlag, Erlangen 2009. ISBN 978-3-938469-28-6.
⹠Walter J. Schwab im Magazin BERGSTEIGER: FernglÀser zum Wandern und Bergsteigen
âą Walter J. Schwab, Wolf Wehran: Optik fĂŒr Jagd und Naturbeobachtung. ISBN 978-3-00-034895-2
Weblinks
Commons
: Fernglas
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Fernglas
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⹠Bildstabilisierte FernglÀser, Technik, Modelle, Funktionen, Patente
âą Walter J. Schwab: Ăber die VergĂŒtung optischer Bauteile
Einzelnachweise
cite-note-11. â Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23. Aufl., bearb. v. Elmar Seebold, Walter de Gruyter, Berlin 1995.
cite-note-22. â Alte Zeichnung des Hensoldt-Dialyt-Fernglases: 150 Jahre Hensoldt (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive; PDF; 389 kB)
cite-note-test-2019-08-33. â test.de von 08/2019, FernglĂ€ser im Test: Schadstoffe in Gurten, GehĂ€usen und Augenmuscheln
cite-note-44. â Kathleen: NEW: Sonyâs Digital Recording Binoculars with HD video capture. blog.sony.com, 23. April 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 13. Juni 2015; abgerufen am 11. Juni 2015 (englisch).
cite-note-55. â Die zweite Garde. Deutsche Jagdzeitung, 2. Februar 2004, abgerufen am 19. Juli 2020.
cite-note-66. â Visier Special 51/2008, Seite 113
cite-note-71. VergröĂerung optischer GerĂ€te
cite-note-82. Grundlagen der Optik Seite 24
cite-note-99. â Grundlegende Beschreibungen finden sich in der Patentschrift DE 2353101 âFernrohr mit Bildstabilisierungâ durch ein kardanisch gelagertes Bildumkehrelement von David B. Fraser, am 23. Oktober 1973 eingereicht durch die Fraser-Volpa Corp., in der Patentschrift DE 2834158 âPrismenfernrohr mit Bildstabilisierungâ von Adolf Weyrauch, eingereicht am 4. August 1978 von Carl Zeiss und in der europĂ€ischen Patentschrift 0376108B1 âFernrohr mit Bildstabilisierungâ von Adolf Weyrauch, Peter Teichmann und Dieter Werblinski, eingereicht am 18. Dezember 1989 von Carl Zeiss.
cite-note-1010. â JĂ€ger Fernglas Test â Das Swarovski EL 10x42. In: jaegermagazin.de. 6. Juni 2017, abgerufen am 25. November 2021.
cite-note-1111. â Roland Zeitler: Swarovski NL Pure im Test â Pirsch. In: digitalmagazin.de. 3. Februar 2021, abgerufen am 25. November 2021.
cite-note-1212. â Deutsches Technikmuseum: Exhibit of the Month April 2013 (Memento vom 3. Oktober 2019 im Internet Archive)